Was hat Lichtenberg mit Kolonialismus zu tun?

Shownotes

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. August 2026 im Museum Lichtenberg zu sehen. Hier sind weitere Informationen zur Ausstellung.

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00:00:00: Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Podcast Lichtblicke.

00:00:06: Wir stehen heute im Stadtmuseum Lichtenberg immer wieder dort und zurück, hier ist eine Ausstellung Deutsche Kolonialbiografien aus Lichtenbergen so der Titel einer Werkstattausstellung die im Stadt Museum unten direkt in dem Raum wenn man reinkommt zu sehen ist noch bis Ende August und erforscht das Ganze der Historiker Thomas Irmer Der steht hier gerade neben mir.

00:00:26: Thomas wir stehen hier mitten in der Ausstellung.

00:00:29: Nimm uns mal kurz mit, was sehen wir hier eigentlich gerade?

00:00:32: Ja hallo auch von mir.

00:00:34: Also wir sehen hier verschiedene Ausstellungstafeln, acht Stück insgesamt.

00:00:38: Jede Tafel besteht aus einer Biografie eines Menschen aus Lichtenberg und auf den Tafeln stellen wir da wo dieser Mensch in Lichtenberge lebt hat, in welchen Kolonien er oder sie war Und wenn man sofern es sich noch auch finden ließ, auch kurze persönliche Statements von den einzelnen Akteuren und Akteurinnen über ihre Zeit.

00:01:04: Also wie in den Kolonien, wie sie das gesehen haben?

00:01:07: Der Titel von dem Ganzen heißt ja immer wieder dorthin zurück.

00:01:11: Woher stand dieser Satz und warum habt ihr gerade diesen Titel gewählt?

00:01:14: Das ist ein Titel, den wir gefunden haben im Aufsatz von Olga Schröder.

00:01:20: ist eine Krankenschwester gewesen, die als sogenannte Reiseschwester in Ostafrika und in Samoa war.

00:01:27: Und sie hat über ihre Zeit in den Kolonien einen Artikel verfasst oder Aufsatz geschrieben der dann später in NS-Zeit so als einer Art Propagandaartikel für den Kolonyaleinsatz werben sollte.

00:01:37: aber sie hat das aus ihrer perversöhnlichen Erlebnisperspektive geschrieben und dazu zählt eben auch dass sie immer wieder gerne zu den Kolonen zurückgegangen ist weil sie dort jetzt aus ihrer Sicht die Erfüllung fand eben in Hilfsarbeiten, also indem sie Menschen gepflegt hat oder durch die ganzen Länder auch gelaufen ist um verschiedene Stationen zu erreichen und dort dann eben auch Menschen zu helfen.

00:02:01: Und das hat jetzt ihre berufliche Erfüllungen dargestellt aber den ganzen Kontext.

00:02:06: und wo sie des Konealismus hat sie da ein weiteres Kind ausgeblendet.

00:02:11: Nun ist das ja ganz als Werksausstellung so konzipiert, sag ich mal.

00:02:15: Und was war eigentlich der Ausgangspunkt des Ganzen für euch?

00:02:18: Für diese Ausstellung?

00:02:19: und warum gerade Berlin-Lichtenberg?

00:02:23: Was erzählten dieser lokale Blick wenn wir hier stehen, was große nationale Erzählungen oft nicht zeigen?

00:02:28: Wir haben schon eine Ausschaltung vorher gemacht über Änderungen in Lichtenberg und haben uns da auch mit dem Kondismus beschäftigt und auch mit der Perspektive von Menschen aus Afrika, die hier in Lichtenberg gelebt haben.

00:02:41: Und haben uns da gefragt wie ist es eigentlich mit den anderen, die in Lchtenberg gelebte haben?

00:02:46: Wie ist deren Perspektiv auf Lichtenwerk und auf den Kolonialismus?

00:02:52: Das war für uns eine Perspektiva, die wir viel zu wenig berücksichtigt finden, auch in vielen Ausstellungen im Berlin, die sich mit dem Thema Kolonalismus befassen, weil natürlich in erster Linie Opfer des Colonismus im Vordergrund standen, aber es ist auch spannend sich anzuschauen.

00:03:09: Wie ist das eigentlich mit der anderen Seite sozusagen?

00:03:12: Also mit den Menschen die in die Kolonien gegangen sind und zwar nicht allein jetzt den Blick auf Eliten und auf die großen Mächtigen sozusagen zu werfen sondern den Blick für die normalen anführendlichen gewöhnlichen Deutschen zu schauen, die in den Kolonieren waren.

00:03:27: Du hast ja gerade gesagt, die Ausstellung zeigt nicht nur koloniale Verflechtung der Eliten in Berlin und Deutschlands.

00:03:33: Aber in dem Fall ganz konkret hier lokalen Lichtenberg wie alltäglich, weil eigentlich der Kolonialismus so im deutschen Koloniale reich ist wenn du hier so drauf guckst.

00:03:41: Ja, einerseits war er für viele Menschen auch ein Lichtenwerk.

00:03:44: Die nicht in den Kolonien waren präsent.

00:03:46: Es gab zum Beispiel diese Kolonialwarenläden also Läden die Produkte aus den Kolонien verkauft haben Südfrüchte und dergleichen als besonders spektakulär aber auch andere Stoffe.

00:03:58: es haben sicherlich auch Menschen das mitbekommen die zb in der Palmen Kernölfabrik am Noemelsburger Bucht gearbeitet haben Also Menschen die uns daneben gearbeitet habe die Produkten aus den kolonien verarbeitet haben.

00:04:10: Das war sozusagen die eine Form der Präsenz und die andere waren eben diejenigen, die aktiv gesagt haben, ich gehe jetzt mal in die Kolonien.

00:04:16: Will da mein Glück versuchen oder will er in der Verwaltung arbeiten?

00:04:21: Oder eben auch als Soldaten also die sozusagen gesagt haben das ist für mich eine Entscheidung dahin zu gehen Und das sind die anderen, die dann auch wenn sie wieder zurückkamen eben auch in ihren Familien oder berichtet haben.

00:04:34: Oder auch nicht.

00:04:35: Das wissen wir nicht so genau aber es liegt die vermutlich sehr nahe dass sie dann auch da erzählt haben wie dieses eigentlich war in Afrika.

00:04:41: ja weil das war damals eines besonderheit etwas exotisches und Nicht jeder ist in die kolonien gegangen.

00:04:48: also Die beteiligung am kolonialismus war kein Massenphänomen.

00:04:52: Es sind jetzt nicht tausende von lichtenbergerinnen und lichtenbergern in die Kolonien ging sondern eben weniger.

00:04:59: Und die wenigen, die haben wir uns besonders interessiert weil auch über die wenig gesprochen worden ist und es war sehr schwierig auch erst mal überhaupt an Spuren zu kommen, ja?

00:05:08: Weil die Kolonialzeit liegt jetzt noch viel weiter zurück als beispielsweise die NS-Zeit und es gibt darüber noch viel weniger Spuren in den Archiven untergleichen.

00:05:17: Der Ausgangspunkt für unsere Recherche war ein Telefonbuch oder ein Restbuch in den Adressen von Berlinern und Berlinerinnen waren, die in den Kolonien waren.

00:05:25: Und da haben wir erst mal die Lichtenberger rausgesucht und dann angefangen.

00:05:29: wenn man einen Namen hat ist es sozusagen schon mal ein erster Schritt und dann haben wir versucht halt noch mehr herauszubekommen.

00:05:35: Man sieht's ja ihr habt hier so Ostafrikas zu sehen.

00:05:38: Westafrika ja mit Kolonie Namibia, Ostafrika mit Tanzania unter anderem Rwanda und Burundi, Zimbabwe, Libyen, Ägypte sind gezeigt.

00:05:47: Wenn man das so sieht, wir leben jetzt im Jahre zwanzig sechsundzwanzig.

00:05:50: Das ist ja alles schon... Ja also sehr lange her es liebt niemand mehr den man da direkt befragen kann.

00:05:56: wenn du so drauf guckst und dich dir auch mit beschäftigt hast welche Bilder und welche Vorstellungen prägten eigentlich damals nur die deutsche Gesellschaft über Afrika Oceania oder auch Asien?

00:06:06: Ja, das ist eine sehr gute Frage.

00:06:08: Das können wir nur sehr viel Vermutung anstellen.

00:06:12: aber zum Teil war es eben so dass man gesagt also dass einige Aussagen hier sind nach dem Motto Also wir bringen eigentlich neue Technologien in die Länder und wir industrialisieren sie Wir tragen dazu bei, dass dann die Länder sozusagen wie die einerseits ausbeuten können Aber eben auch andererseits sozusagen industriellen Fortschritt dahin bringen, damit sich die Länder entwickeln können.

00:06:32: unsere lebensweise, unsere europäische Erfahrung verbreitern wir und transferieren wir in diese Regionen.

00:06:41: Und dann gab es auch Akteure die gesagt haben wir müssen vor allen Dingen die deutsche Kolonialisierung effizient machen also zum Beispiel ein Tierarzt der versucht hat solchen zu bekämpfen, solchen von Pferden und Rindern die sehr wertvolle Tiere waren weil sie unter anderem für Transporte eingesetzt wurden oder auch fürs Militär Und der hat sich darum gekümmert, Impfstoffe zu entwickeln um Tiersäuchen zu bekämpfen.

00:07:07: Das sind sehr vielfältige Perspektiven.

00:07:09: oder Olga Schreuder von der ich eben schon mal erzählt habe die Krankenschwester, die eben helfen wollte ja also dieses Motiv Hilfe das war auch gerade für Frauen bei Frauen die in die Kolonien gegangen sind.

00:07:20: Die konnten häufig nur solche helfenden Tätigkeiten übernehmen überhaupt wie zum Beispiel eben Krankenschwestern und Das waren so verschiedene Motive.

00:07:30: Dann gab es einen hier, der Verwaltungsbeamter war.

00:07:32: Der ist dann in eine Zivilverwaltung, die von Deutschen aufgebaut wurde gegangen und hat dann eben Verwaltungstätigkeiten ausgibt.

00:07:41: Also ein Beamter für den war, der Aufenthalt in den Kulinen eine berufliche Qualifizierungsstation, also wie so ein Verwaldungseinsatz.

00:07:49: Und wenn ich dann wieder zurückkam, dann wurde ich höher gestuft weil ich mich so bewährt hatte im Auslandeseinsatz... Es sind sehr viele Karriere, Motive.

00:07:57: oder auch helfen wollen.

00:08:00: Oder eben auch technologische Entwicklungen da transferieren.

00:08:04: also die Motive waren sehr unterschiedlich

00:08:07: gerade mit dem Verwaltungsbaum.

00:08:08: Das erinnert mich ein bisschen an die Busch-Zulage, die ja so einige Westdeutscher, die sogenannte herbekommen haben, die in den Osten gekommen sind sicherlich auch wenn man darauf guckt hier so einen Motiv für Aufstieg irgendwie dass man da irgendwie versprechen sich mitgenommen hat und eine Staatesverbesserung.

00:08:23: Wir stehen ja jetzt vor diesen ganzen Tafeln hier.

00:08:25: Wenn du mal so drauf guckst, gibt es hier irgendeine Biografie die du besonders exemplarisch findest?

00:08:30: und vielleicht auch welche von diesen Geschichten hatte ich so am meisten beschäftigt bei der ganzen Forschung?

00:08:36: Kann ja mal ran

00:08:37: gehen!

00:08:37: Ja also... Ich finde die natürlich alle toll weil ich sie alle recherchiert habe.

00:08:42: nein aber also ich finde die sind jedes für sich wirklich sehr besonderes.

00:08:47: fangen wir einfach mal ganz links an.

00:08:49: Heinz Müller war Lichtenberger Bürgermeister in den Sebzigerjahren, und der während des Zweiten Weltkriegs im Afrikakor.

00:09:01: Also die sind deutsche Truppen, deutsche Wehrmachtstruppen nach Nordafrika eingerückt.

00:09:07: Die wollten da den italienischen Faschisten beistehen und das ist ja alles unter dem Namen Rommel irgendwie so ein Mythos in der deutschen Erinnerungskultur entstanden Aber er gehört eben zu den einfachen Soldaten, die da eingesetzt wurden.

00:09:24: Und das Ziel dieses Einsatzes war auch diese Länder zu besetzen und auch die Nationalzellisten hatten... eine Konzeption für den Kondylismus in Afrika.

00:09:36: Die ist nicht so bekannt, die haben sie auch nicht vordringlich verfolgt aber es gab sie und eben seine Biografie steht eben auch dafür wie die für ein Wehrmachtssoldaten der dort eingesetzt war und er wurde dann dort konkret in Kriegsgefangenschaft kamen im USA und England und ist dann später in die DDR zurückgekehrt.

00:09:59: also sozusagen eine Biografie, die sehr nah an die Gegenwart heran ragt.

00:10:05: Aber eben auch nochmal so den Blick auf Nordafrika und während des Zweiten Weltkrieges gerichtet... Die Wehrmacht ist davor gerückt und im Rücken der Wehrmarkt war die Gestapo oder die jüdische Bevölkerung in den nordafrikanischen Staaten verfolgt hat.

00:10:19: also da sehen wir dann auch Verbindungen zur NS-Zeit.

00:10:23: und deswegen ist diese Biografi auch gerade auch wegen der Vielfältigkeit in der DDR Wurde dann auch anfangs, muss der Nachteil erdulden weil er in amerikanischer Kriegsgefangenschaft war.

00:10:38: Da wurde dann verdächtigt wieso ist jemand den amerikanischen Krieg gefangen?

00:10:42: Aber das noch ein weiterer Facette.

00:10:43: also diese Biografie ist sehr facettenreich.

00:10:46: daneben hängt

00:10:48: ganz kurz.

00:10:48: wir bleiben mal ganz kurz noch bei Hans Müllerwetter.

00:10:50: es wird gespannt.

00:10:51: Also auch wenn man auf diese Tafeln guckt, die ihr gemacht habt.

00:10:54: Ihr habt einen großen Bezug immer welche Bezüge hatten?

00:10:57: Die Leute sozusagen können ja in Bezügen wie Krams dazu und eine Kurzbiografie Und dann sind immer noch so einige persönliche Fotos So zu sehen.

00:11:04: aber das Spannende dass wir die wenigsten wissen der war auch Vorsitzender vom ersten FC Union Berlin Hören ja auch viele Fußball-Fans bei uns mal zu alleine auch da.

00:11:11: spannend zu wissen Wir können ja jetzt weiter gucken.

00:11:13: zu den nächsten.

00:11:15: Ja Georg Klingberg ist ein Ingenieur Er ist ja bekannt durch das Klingenwerk-Kraftwerk in Rummelsburg.

00:11:20: Sehr großes berühmtes Kraftwerk für Berlin und überhaupt auch damals von der Kraftwerkstechnologie her gesehen weltweit führend, weil die Klingenwerke steht ja gerade für den Bau großer Kraftwerke.

00:11:31: aber es ist überhaupt nicht bekannt dass er Wovor er diese Kraftwerke hier gebaut hat in Afrika war, in Südafrika und dort an einem großen Plan mitgearbeitet hatte.

00:11:41: Man wollte nämlich die Victoria-Wasserfälle, die liegen heute in Sambia sind die größten Wasserfälle der Welt noch größer als die Niagara Fälle in den USA und Kanada.

00:11:50: Er wollte daran arbeiten dort große Turbinen aufzustellen die Wasserkraft zu nutzen, um das gesamte Südafrika zu industrialisieren.

00:12:00: Die hatten also die Vorstellung durch diese riesigen Wasserfälle wenn man die industrialisiert und da Wasserkrafterzeugt erzeugt kann man das gesamtes südliche Afrika mit Strom versorgen.

00:12:11: Vordringlich sollte der Strom zur Elektrifizierung der Goldminen dienen, die auch kurz zuvor entdeckt worden waren.

00:12:17: Aber die Pläne gingen noch weiter.

00:12:19: Man wollte also die gesamte gesamteszytlische Afrika mit großen Industriebetrieben beziehen und ... Also eine gigantische Planung, die auch in die damalige Zeit durchaus passt.

00:12:29: Die damaligen Globalisierung, wo man eigentlich weltweit die Welt elektrifiziert hat und überall Großkraftwerke baute und große industrielle Anlagen.

00:12:38: Und dass es eben auch in Afrika passieren sollte ist wenig bekannt.

00:12:43: Und seine Biografie ist da wirklich sehr anschaulich.

00:12:47: Es gibt eine Vorgeschichte für das Kraftwerk Klingwerk, die auch mit dem Konalismus in Afrika zu tun hat.

00:12:53: Weil die Erfahrungen, die da gemacht haben wurden dann weiter genutzt.

00:12:58: Sie haben die Victoria-Fälle nicht elektrifiziert oder laut keinen Tabinen gebaut.

00:13:03: Das ließ sich aus biologischen Gründen nicht realisieren.

00:13:06: aber sie haben dann fünf große Kraftwerke im südlichen Afrika gebaut, die nicht dieselbe Kapazität, zur Verfügung gestellt haben.

00:13:16: Und die wurden dann ... Die Energie, die da erzeugt wurde, wurde zu einem großen Teil für die Elektrifizierung der Goldminen genutzt und man wollte mit der Elektrifozierung der goldminen die Arbeitskosten in den goldminien senken.

00:13:31: Das heißt durch die Modernisierung der goldminen wurden weniger Beschäftigte eingesetzt werden und die dazu sehr problematischen Arbeitsbedingungen arbeiten mussten die Afrikaner Und das sollte so der Beitrag sein.

00:13:44: Damals hatte man die Vorstellung, mit der Elektrifizierung wird der Fortschritt in alle Ecken der Welt kommen.

00:13:52: gleich daneben, wenn man guckt.

00:13:54: Diese großen Tafeln, die es gibt noch so mit kleinen Tafel begleitet.

00:13:57: auf der einen ist auch hier etwas zu sehen wo's um deutsche West-Afrika geht also das heutige Namibia im Großen und Ganzen.

00:14:05: dann werden auch so antikoloniale Aufstände thematisiert.

00:14:08: ich nehme an von den Herero Nama die damals gegen die deutsche Kolonialverwaltung kämpft hat.

00:14:14: und da sehen wir halt diesen Tierarzt, den du schon vorhin erwähnt hast.

00:14:17: vielleicht kannst ja über denen auch ein bisschen was erzählen

00:14:20: Also diese kleinen Ausstellungstafeln, die nennen wir auch Erklärwolken.

00:14:24: Weil wir da einfach nochmal Hintergründe erklären wollen und Begriffe, die auch in den Texten stehen aber wo wir nicht voraussetzen können dass sie je präsent hat.

00:14:30: ich hatte vorhin zum Beispiel er wie normal erwähnt wer weiß es heute noch wer das war.

00:14:34: also deswegen erklären wir seine Biografie auch.

00:14:37: Und hier in dem Beispiel vor dem wir jetzt stehen Das ist Wilhelm Rickmann.

00:14:41: Das ist ein Tierarzt der auch zeitweise in Karlshorst gelebt hat.

00:14:46: Er ist in der deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, in die Kolonie gegangen und hat dort die Tiermedizin aufgebaut.

00:14:55: Es gilt heute noch als der Gründungsvater der Tertilmedizin von Namibia und hat eben versucht, Impfstoffe gegen Rinder und Pferdepests zu entwickeln.

00:15:05: Und er ist gleichzeitig ein Beispiel dafür, dass die Akteure in den Kolonien auch beteiligt waren an den Aufstandsbekämpfungen den Lama und Herr Rero.

00:15:16: Also diese Verschneidung oder Beteiligung von Kolialen Akteuren, vor allem diejenigen, die für Militär- oder Verwaltung tätig waren, wurden auch in der Aufstandsbekämpfung eingesetzt.

00:15:27: Diese Pferden finden sich in mehreren Biografien.

00:15:30: Das heißt er... War ein Pferde-Spezialist und ist dann eben auch beritten, da bei den Kämpfen eingesetzt wurden.

00:15:37: Was er genau gemacht hat, ist nicht klar.

00:15:39: Er ist noch nicht überlegt, dass sie ihn nicht genau festmachen.

00:15:42: Er beschreibt nur selber wie er eben an verschiedenen Einsätzen mit Pferden beteiligt

00:15:47: war.".

00:15:47: Und das finden wir eben auch in anderen Biografien.

00:15:50: Also diese Verknüpfung zwischen einerseits Kolonialdienst und andererseits aber auch Auflandsbekämpfung,

00:15:56: d.h.,

00:15:56: den Menschen, die ja in den Kolonien gegangen sind, die konnten ... Die waren natürlich klar was da passiert auch.

00:16:00: Wir haben die Bedingungen dort gesehen unter denen die Afrikaner angelebt haben, haben die teilweise mitstrukturiert und haben aber auch gesehen oder sich sogar Traumbahn daran beteiligt dass es da eben auch Aufstände gab, die dann bekämpft wurden.

00:16:15: Gab es irgendetwas, als du hier geforscht hast, irgendeine Sache die dich besonders überrascht hat?

00:16:20: Wo du dann gesagt hast, oh.

00:16:22: Ja also zum einen da ist z.B.

00:16:24: die Biografie von Ernst Jopinow vor dem wir gerade stehen der um die Ecke gewohnt hat ja also auf der anderen Seite vom Toholler Platz das so nahe ist dass wer so nah rankommen sagen an unsere Umgebung hätte ich jetzt nicht gedacht.

00:16:39: Das finde Spannend als Otto von Händing, ein Gründungsvater von Karls Horst gilt.

00:16:46: Dass der auch so einen Befürworter war für den Konditalismus ... War mir nicht richtig klar.

00:16:52: die Biografie von Rickmann, der Tierarzt.

00:16:55: Das ist auch noch mal ein Beruf, den man gar nicht vermutet, dass Tierärzte eine große Rolle spielen und natürlich Heinz Müller.

00:17:04: Dass diese Verbindung da besteht... über die ganzen Geschichten von diesen Felszügen, ist aus der Perspektive der Soldaten und jetzt mal so einer unabhängigen kritischen Perspektiven auch noch nie richtig viel berichtet worden meines Erachtens.

00:17:19: Und Georg Klingenberg, der mich auch noch persönlich sehr interessiert, aber das wusste ich ihm schon vor der Ausstellung, dass er da diesen Projekten beteiligt hat.

00:17:26: Aber die Projekte selber überhaupt diese Wasserfälle zu industrialisieren, es ist schon eine wahnsinnige Projekt- oder wahnsinnig Vorstellung.

00:17:33: Das ist eben auch nochmal Ausdruck der Zeit damals.

00:17:36: Also dieser unbedingte Glaube an die Industrialisierung und dass man jetzt alles und jedes industrialisieren kann, dadurch den Fortschritt vorantreibt... Das war ja ganz breiter Konsens.

00:17:49: Aber was dann denn die Folgen sind oder ob die Menschen das überhaupt so wollen?

00:17:53: Das wurde natürlich erst mal so nicht gesehen oder ausgeblendet.

00:17:56: Wenn man hier mal auf die Ausstellung guckt, gibt es irgendein Bild oder irgendwas wo du sagen würdest, das ist sinnbildlich für die ganze Ausstellung

00:18:03: Aber das ist schwer.

00:18:05: Also natürlich unser Titelbild sozusagen für die Ausstellungen, würde ich sagen also dieses Schiff ein Dampfer, einen Kanonenboot, das ein Gemälde ist, also eine sehr idealisierte Darstellung aber dieses Kanonboots was in Gewässern vor China ist da kann man einmalseits sehen Kanon-Boot-Luken an dem Bug.

00:18:21: Das steht eben also für die Kanonbootpolitik und für Militär, für den Kanalismus, für die Durchsetzung des Kanalismus Und dann unter Dampf, also das wurde damals eben auch als große Modernität betrachtet und Fortschutzgläubigkeit.

00:18:39: Also da kommt es alles so zusammen, ja?

00:18:40: Also diese Kornonbuttpolitik, Imperialismus die Eroberung, die Sicherung von Kolonien, auch die Durchdurchsetzung mit Hilfe von militärischer Gewalt Das spiegelt sich so in dem Bild.

00:18:52: Aber das finde ich schon sehr ... Das kann man vielleicht eher sagen für den Kulissen aus.

00:18:57: insgesamt, für Lichtenberg im Besonderen finde ich dieses Foto über diesen Kolonialbahnladen noch mal sehr aufklussreich der hier an der Trasko-Alle war und von denen gab es sehr viele.

00:19:09: Wir haben ja sehr viele Adressen gefunden die wir auch da sozusagen zeigen.

00:19:13: also das zeigt doch nochmal wie weit verbreitet eigentlich das Thema Kolonien so im Alltag der Menschen war.

00:19:20: Also es ist, nicht wieder ist da hingefahren aber überall gab's Kolonialwaren.

00:19:24: Du sagst ja Tresco Allee für alle die jetzt zuhören das ist ein Karlshorst ja und die Straße die darunter geht wirklich so einen Ekel laden auch die Straßenmanschinen gehen darum.

00:19:33: man kann sich vorstellen wo das war in der Tresko Allee.

00:19:35: wer das kennt sage ich mal du hast schon gerade gesagt dass war im Alltag präsent damals zur Zeit.

00:19:40: warum denkst du ist Beschäftigung mit dem Thema deutscher Koloniale Geschichte heute noch relevant?

00:19:46: Und wo begegnen uns vielleicht heute noch so koloniale Kontinuitäten, sag ich mal?

00:19:50: Ja.

00:19:51: Also nahen liegt natürlich Rassismus also ein Thema, wo wir sozusagen denke ich das nicht richtig aufgearbeitet worden ist was auch noch eine Erbschaft aus dem Kolonialismus ist.

00:20:01: aber nicht nur den gab es auch schon vorher Aber da hat er sich natürlich zugespitzt.

00:20:07: dann unser ganzes Verhältnis zu Afrika und China ist ja immer auch bis heute in heutige Debatten von dem Thema Konealismus bestimmt.

00:20:16: Dichwort Anerkennung des Völkermords oder Wiedergutmachungen, also da sind solche politischen Themen präsent.

00:20:29: Aber dann ist die Frage natürlich auch darüber hinaus, wie sind eigentlich unsere Beziehungen zueinander?

00:20:34: Also wir werden denen als Zukunft sein.

00:20:36: Deswegen ist es wichtig sich auch nochmal klarzumachen, woher kommen wir eigentlich?

00:20:41: also was nicht jetzt... Was bringen wir mit als Gesellschaften und nicht als einzelnen Personen?

00:20:47: Aber dann wäre es auch eine wichtige Frage, was haben wir selber mit unseren Familien damit zu tun?

00:20:54: Das sind jetzt zwar kein Massenphänomen, aber es waren doch viele Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten beteiligt.

00:21:03: Wie ist das in der eigenen Familie eigentlich aus?

00:21:05: Also gibt's da Verbindungen und was haben die vielleicht noch für Vollgewirkung?

00:21:09: Haben wir vielleicht noch irgendwo in irgendeiner Ecke ein altes Foto aus der Kolonialzeit, was dazu auftaucht oder eine Figur, ein Schmuckstück, was irgendwo rumsteht.

00:21:19: Das ist auch eine spannende Frage, dass man versucht es rauszufinden und auf den Grund zu gehen, weil das dann nochmal so auf einer biografischen Ebene einen Zugang zu dem Thema und auch zu den Ländern ermöglicht.

00:21:32: Warum glaubst du, ist das so schwierig?

00:21:33: Warum ist Kolonialismus so ein schweres Thema immer noch, dass darüber so schwierig gesprochen wird?

00:21:39: Also das hängt vielleicht damit zusammen... Wir als Gesellschaft erst mal mit der jüngeren Vergangenheit, mit der NS-Zeit uns auseinandersetzen mussten.

00:21:50: Um dann überhaupt wieder den Blick freier zu kriegen.

00:21:55: Ich glaube zumindest, dass die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus sehr viel lernen kann aus der auseinandersetzungen mit der NS-Zeit.

00:22:00: Also gerade wenn es um Fahre und Wiedergutmachung, Aufarbeitung von Kulturgütern oder dergleichen gilt auch wenn das jetzt nicht dasselbe ist.

00:22:05: man kann sich auf die gleichsetzen aber ich glaube auch die Aseinsatzung kann daraus lernen wie jemand in Verbindungen zu nachvollenden Generationen aufbaut, wie man eben mit solchen Kulturgütern umgeht.

00:22:16: Und das passiert ja auch in den Museen.

00:22:17: Also die Museen arbeiten da mittlerweile sehr viel auf.

00:22:20: aber also das ist erstmal ein wichtiger Akt, sich mit den Geschichten der Gegenstände auseinanderzusetzen und sie auch zurückzugeben.

00:22:27: Ich denke wir mussten vielleicht erst mal uns mit der NS-Zeit intensiv auseinandersetzen bevor wir aus dem Kondolismus zuwenden können ohne dass es gegeneinander auszuspielen oder darüber gleichzusetzen.

00:22:37: Das sind einfach verschiedene Phänomene, das ist nicht so dass der NS-Zeit nur eine Abwandlung von Chronismus ist und so weiter.

00:22:43: also es ist nochmal zwei eigene Phänomen die man ihr eigen ideologische Grundlagen haben da wo es viele Überschneidungen gibt aber doch noch mal die Dimensionen jeweils sehr unterschiedlich sind und deswegen muss man die auch jedes für sich betrachten.

00:22:59: Wir stehen jetzt hier in dieser Ausstellung.

00:23:01: Wenn du so guckst, du sitzt ja da irgendwie Jahre dran, ihr recherchierst das raus mit anderen Leuten und redest mit Kollegen in Südafrika die dir dann wieder weiterhelfen vor Ort hier Leute die mir zu Wort machen Dann hängt hier so eine Ausstellung.

00:23:14: man kommt zu rein und sieht diese Biografien.

00:23:17: Was wünschten wir?

00:23:18: Wenn Leute hier reinkommen, sich das angucken und was die von dieser Ausstellung mitnehmen.

00:23:21: Also ich meine jetzt nicht dass sie die Tafeln mitnehmen sollen, sondern mit welchen Emotionen oder Gedanken oder Ideen die hier rausgehen sollen?

00:23:28: Das

00:23:28: kann ich gar nicht, das bleibt natürlich jedem und jeder selbst überlassen, was sie da findet oder senkt.

00:23:33: aber wenn sie da eben auch nochmal mitnimmt wie vielfältig das war und dass es sich lohnt da zu graben also einfach mal so zu gucken was ist in der?

00:23:44: Das würde mich freuen, aber ich kann natürlich niemand sagen jetzt mach das und das.

00:23:48: Und denn das ist jetzt unsere klare Botschaft und wenn die nicht akzeptiert dann seid ihr hier falsch also dass es nicht unseren Ansatz.

00:23:57: Ja also wer losgekriegt hat sich das hier mal anzugucken?

00:23:59: Das lohnt auf jeden Fall.

00:24:00: Kommen Sie vorbei unten gleich im Raum am Stadtmuseum.

00:24:03: Wenn man in den Hauptengang hier reinkommt da ist das gleich.

00:24:06: Da können wir manchmal schon mal in die andere Stelle gehen.

00:24:09: Thomas, zum Schluss, wenn du die ganze Ausstellung in einem Satz erklären müsstest.

00:24:13: Wie würden der lauten?

00:24:15: Lichtwerk hat eine vielfältige Geschichte und sie ist vielfälter und überraschender als man denkt.

00:24:20: Und dazu gehört eben auch der Akkornalismus.

00:24:23: Vielen Dank für das tolle und anregende Gespräch hier!

00:24:26: Ja danke!

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